Der wahre Mörder… und warum er nicht gefunden wurde

Der wahre Mörder…

Charlotte Böhringer war am Nachmittag des 15. Mai 2006 mit einer unbekannt gebliebenen männlichen Person in ihrer Wohnung verabredet. Offenbar wollte Charlotte diese Bekanntschaft verschweigen. Denn kurz vor ihrem Tod hatte sie gegenüber ihrer Freundin Marianna S. geäußert, sie erwarte am fraglichen Nachmittag ihren Anwalt – was dieser bestreitet.

Eine unbekannte Person trank einige Gläser Wein bei Charlotte am Nachmittag des 15.05.2006. Nachmittags hatten Charlotte und Marianna S. eine Weinflasche geöffnet und sich jeweils ein Gläschen eingeschenkt. Als nach der Tat eben diese Weinflasche gefunden wurde, war sie fast leer. Wer hatte noch daraus getrunken?

Eine zentral wichtige DNA-Spur einer Person, ist bis heute nicht geklärt. An einem Glas in Charlottes Geschirrspüler sowie an ihrer Kommode wurde diese Spur gefunden. Sie ist identisch mit Erbmaterial, das in Zusammenhang mit einem weiteren Tötungsdelikt steht: An einer Schraube der Kiste, in der Ursula Herrmann 1981 im Alter von 10 Jahren von Erpressern entführt worden war und elend erstickte, wurde eine übereinstimmende Spur gefunden.

Nach den gerichtlichen Feststellungen ist die Tat mit der rechten Hand ausgeführt worden. Benedikt Toth ist dagegen Linkshänder.

Es gab in der ganzen Wohnung nicht zugeordnete Schuhabdrücke, die jedenfalls nicht von Benedikt stammten.

Ein vermutlich intimer Freund von Charlotte hat seine Kleidung – bisher niemandem zugeordnet – in ihrer Wohnung deponiert.

… und warum er nie gefunden wurde

Weil die Ermittler versäumt haben, mindestens 63 Spuren adäquat – oder überhaupt – nachzugehen.

Weil die Ermittler z.B.

… die Mobilbox von Charlotte Böhringer erst dann abgehört haben, als die Daten und Sprachnachrichten bereits gelöscht waren.

… weitere Verdächtige aus Charlotte Böhringers direktem Umfeld nur oberflächlich – oder gar nicht – vernommen haben. Dazu zählen Charlottes Ex-Ehemänner, Stiefkinder, Liebschaften, Geschäftspartner oder Ex-Arbeitnehmer. Viele ihrer Alibis wurden erst nach mehreren Monaten überprüft – was das Feststellen ihres Wahrheitsgehalt erheblich erschwerte.

… nicht alle Haarspuren aus der Tatortwohnung untersucht haben.