Benedikt Toth – ein jäh unterbrochenes Leben

Benedikt Toth jun. wurde am 2. Februar 1975 in Budapest geboren. Von seinen Vertrauten wird er gewöhnlich „Bence“ genannt – das ist die ungarische Version von Benedikt. Sein Vater, Benedikt Toth sen., war ein bekannter Profi-Schwimmer, der seit dem Ende seiner Karriere eine Schwimmschule in Gauting nahe München betreibt.

1981 ergriff Benedikt sen. die Gelegenheit, mit seiner Frau Emesa und den Söhnen Benedikt und Mate nach Deutschland umzuziehen. Die Familie ließ sich in Germering, einem Vorort von München, nieder und fand dort sehr bald Anschluss. Bence gewann einen großen Freundeskreis, der – ebenso wie seine Familie – stets zu ihm hielt und sich auch in den folgenden schweren Jahren als große Stütze erweisen sollte.

Angesichts des väterlichen Vorbildes dürfte es keine Überraschung sein, dass auch Bence ein leistungsstarker Schwimmer wurde. Mit 12 Jahren gewann er in seiner Altersklasse die Bayerischen Landesmeisterschaften im Schwimmen.

Auch intellektuell entwickelte sich Bence sehr gut. Er war ein ehrgeiziger, von Lehrern und Mitschülern geschätzter Schüler. Nach einem Auslandsjahr in den USA machte er 1996 sein Abitur. Im Herbst dieses Jahres schrieb er sich an der LMU für ein Jurastudium ein.

1993 fingen die Brüder Bence und Mate an, gelegentlich für ihre Tante Charlotte Böhringer – der Schwester ihrer Mutter – zu arbeiten. Charlotte war 1970 aus Ungarn ausgewandert; 1988 lernte sie ihren späteren Mann Oskar Böhringer kennen. Er besaß in München ein Parkhaus, das Charlotte nach seinem Tod im Jahr 1995 erbte.

Bence und seine langjährige Lebensgefährtin Frauke, Lehrerin in einer Sonderschule, führten ein glückliches Leben. Ihre Leidenschaft galt den Bergen, der Schauspielkunst und ihrem großen Freundeskreis.

Bence begleitete seine Tante auf ihren Gesellschaftsterminen. Die Beziehung zwischen den beiden war innig, aufgrund Charlottes Launen – unter denen ihr gesamtes Umfeld zu leiden hatte – bisweilen jedoch schwierig. 2002 durchlebte Bence eine Studienkrise. Als geschätzte Ratgeberin war Charlotte, im Gegensatz zu Bences Freunden, in diese Krise eingeweiht.

Am 15. Mai 2006 wurde Charlotte ermordet. Drei Tage danach wurde Bence für die Tat verhaftet. Sein Alptraum begann.

Seit 18. Mai 2006 sitzt Bence in Haft – seit 2008 in der Justizvollzugsanstalt Straubing.